Eine Intentions-Intervention.

Dem voran stelle ich ein Zitat:

 

„Die Tatsache, daß ich selbst im Augenblick, wo ich male, die Bedeutung meiner Bilder nicht erkenne, will nicht heißen, daß sie keine Bedeutung hätten.“

– Salvador Dalí (1935)

 

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Und nun möchte ich NICHT das Zitat interpretieren. Ich lasse ihm Raum.

 

 

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Zur Kunst:

 

Ich suche gerade meinen Weg zu mir zurück. Ich arbeite gerne viel, und bin künstlerisch aktiv. Es ist mir bisher nicht gelungen, mich voll auf meine Kunst zu konzentrieren. Ursprünglich, als mein Kern-Kunst-Moment betrachtet, schreibe ich Gedichte und Theaterstücke.

 

Aktuell, also seit 4 Monaten male ich intensiv. Und es erfüllt mich sehr. Die Kunst findet für mich jedoch unabhängig vom Medium (Papier, Stift, Leinwand, Pinsel, Bühne, Musik...) statt. Die Kunst ist erstmal in mir. Und findet dann seinen Weg.

 

Politische Ereignisse, gesellschaftliche Themen, historische Konflikte, philosophische Theorien, persönliche Erfahrungen und Momente, fließen ein, in jedes Werk, bewusst und unbewusst. Es variiert von Bild zu Bild, von Moment zu Moment, ob ich konkret ein Thema verfolge, oder nicht.

 

Manchmal, oder vielleicht sogar in der Regel, mache ich mich "leer", indem ich mich auslasse. Auf meinem Material. Auf eine bestimmte Art und Weise.  Das kann darin münden, dass auf die Schnelle ein fertiges Bild entsteht. Es kann aber auch dazu führen, dass es nur ein Grund-Gerüst ist, dass nach und nach an Form und Ausdruck gewinnt.

 

Improvisation und professionalisierte Technik stehen für mich in einem antagonistischen Prinzip zu einander. Und brauchen einander. Eine Hass-Liebe.

 

Vergleichbar ist meine Art des Kunst schaffens wohl am ehesten mit dem Jazz. Es ("das Kunstwerk") agiert für sich, es entspringt einer losen Idee, es kann gut werden, es muss es  aber nicht. Ästehtik ist ein komplexes Thema, und findet sich an anderer Stelle von mir hier ausgearbeitet. Dann aber als PDF-Datei in Langform. Weil sich mein ästhetischer Anspruch nicht in einem Blog-Artikel subsumieren lässt-dazu muss ich eine mindestens 15-seitige Ausarbeitung anfertigen, die ich dann vielleicht auch runterbrechen kann, auf Kernaussagen. Aber das kann ich jetzt nicht einfach so und auf die Schnelle.

 

Ich male manchmal an einem Bild tagelang und manchmal an 3 parallel.

 

Ich übermale viel und oft. Auch Bilder, die von anderen vielleicht schon als fertig angesehen werden. Das ist in manchen Situationen für mich absolut authentisch. Der Schicht-um-Schicht-Prozess ist meine Hommage ans Leben.

 

Und manchmal merke ich hingegen, dass ich den Moment verpasst habe, es stehen zu lassen, und gebe dem anderen Recht. Vielleicht liegt das an meiner Eifrigkeit. Oder am Materialmangel. Aber ich sehe mich gerade in Bezug auf das "Malen" an einem Ursprungspunkt. Von dem ausgehend ich noch viel Platz habe, mich weiterzuentwickeln. Und dennoch empfinde ich es so, dass meine Kunstweise fertig ist, weil sie in Ihrer Entwicklung geschlossen ist. Auch wenn das Ende noch offen sein mag. Das sind große Worte, ich weiß. Und das ist wohl auch ein großes Thema, welches ich für mich noch nicht erschlossen habe: Demut.

 

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Wo wir gerade bei Demut sind:

 

Was ich wirklich gerne schaffen will, ist, dass sich Lyrik und Musik, Malerei und Theaterstücke, so derartig ineinander verschlingen, dass die Interpretationsebenen sich potenzieren. Zu hundert-, tausend-, millionenfach.

 

Herzlichst,

Julia

 

Dieses Bild existiert so nicht mehr.

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