Intention Pur

Manchmal, oder vielleicht sogar in der Regel, mache ich mich "leer". Seelisches Urinieren quasi.  Auf meinem Material. Auf eine bestimmte Art und Weise. (Gedankennotiz: Wow...also...wow....). Das kann darin münden, dass auf die Schnelle ein fertiges Bild entsteht. Es kann aber auch dazu führen, dass nur ein Grund-Gerüst da ist, welches nach und nach an Form und Ausdruck gewinnt.

 

Improvisation und professionalisierte Technik stehen für mich in einem antagonistischen Prinzip zueinander. Und brauchen einander. Eine Hass-Liebe. Ich behaupte, das läuft in der Natur ganz genau so ab. Atome scheinen im vollkommenen Chaos ihre eigene Ordnung zu kennen. Und bilden ganz lässig Moleküle. Im Sinne von: Hey, Wasserstoff-Bro, lass connecten. Kann nur gut werden. Wenn nicht, auch ok. Dann sind wir eben explosiv.

 

Meine künstlerische Intention entspricht der, des Jazz`. Das Werk agiert für sich, es entspringt einer losen Idee, es kann gut werden,  muss es  aber nicht. Ich male manchmal an einem Bild tagelang und manchmal an drei Bildern parallel. Ich übermale viel und oft. Ich übermale auch gerne Bilder, die von anderen vielleicht schon als fertig angesehen werden. Der Schicht-um-Schicht-Prozess ist meine Hommage ans Leben. (Gedankennotiz: Pathos: Kann ich, neben fragwürdigen Metaphern.)

 

Von eigenen Intentions-Ergüssen nun abgesehen:  Die Frage, die sich Kunsthistoriker gerne stellen ist ja "Welche Intention hatten Künstler in der Zeit xy", oder auch "Was entspricht der jeweiligen Epoche?" Interessanter Artikel dazu hier. Stichwort: Universalität. Die Physik forscht immer noch an der Weltformel. Ich denke, der Anspruch moderner Kunst sollte sein, es längst zu können.

 

Was ich also wirklich gerne schaffen will, ist, dass Lyrik und Musik, Malerei und Theaterstücke, so derartig heftigen Koitus betreiben, dass sich die Interpretationsebenen hart befruchten. Zu hundert-, tausend-, millionenfach.

 

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